Wieder zu Gast in Kiel: Auszubildende des Gastgewerbes und der Gebäudereinigung aus Lyon/Vénissieux – Juni 2017

Nach 2015 gab es zum zweiten Mal in Folge einen berufsübergreifenden Austausch des RBZ1 mit dem Lycée Professionel Hélène Boucher aus Vénissieux/Lyon.

Zwölf junge Auszubildende aus den Bereichen Küche, Service und Hygiene, begleitet von ihren Lehrkräften, waren vom 11. Juni bis zum 02. Juli 2017 zu Gast bei uns in Kiel, um die Stadt und ihre Umgebung kennen zu lernen, Grundbegriffe der deutschen Sprache sowie Fachvokabular aus ihrem Berufsfeld zu lernen und ein zweiwöchiges Praktikum in einem Partnerbetrieb zu absolvieren.

An dieser Stelle sei wieder einmal ganz herzlich unseren Partnerbetrieben gedankt, die den französischen Praktikantinnen und Praktikanten mit ihrer Bereitschaft und ihrem Engagement einen tollen Einblick ins Berufsleben und in die Ausbildung in Deutschland gegeben haben. Alle Schülerinnen und Schüler sind sehr gut aufgenommen worden hier in Kiel. Das wurde in den das Praktikum abschließenden Auswertungsgesprächen deutlich und auch bei unserem Gegenbesuch in Lyon im September noch einmal sehr betont.

Danke an das Hotel und Restaurant Bärenkrug in Molfsee, das Lüneburghaus, das Ringhotel Birke und das Romantikhotel Kieler Kaufmann sowie die Gebäudereinigungsfirmen Bockholt, Guttau und Spiegelblank.

Am ersten Tag hieß es für unsere französischen Gäste zunächst, die Stadt Kiel ein bisschen näher zu entdecken. Mithilfe einer eigens erdachten Stadtrallye erkundeten sie die Stadt mit ihrem besonderen Kennzeichen, dem Hafen, mussten kleine Aufgaben lösen und an jeder Station ein Beweisfoto machen, um zu dokumentieren, dass sie auch wirklich dort waren.

Anschließend ging es in die Schule zum offiziellen Teil, dem Begrüßungsessen. Vorbereitet und serviert wurde dies von Frau Bossert und Herrn Waltemathe mit ihren Schülerinnen und Schülern. Auch hierfür vielen Dank.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Herrn Helmbrecht, der sich freute, wieder einmal seine Französischkenntnisse unter Beweis zu stellen, ging es für die Auszubildenden in den Tandemsprachkurs, wo bereits deutsche Auszubildende auf sie warteten. Das Prinzip des Tandemsprachkurses: Sich gegenseitig die Sprache mithilfe eines Sprachlehrers beibringen. Dies machte hervorragend Kai Uwe Tippke, genannt Caillou, vom deutsch-französischen Sekretariat.

In der ersten Woche gab es außerdem noch zwei Projekte: Eine Objektreinigung für die Gebäudereiniger – Denkmalreinigung am Nordfriedhof.

 

Einen Tag in der Küche und im Restaurant für die angehenden Köchinnen, Köche und Servicekräfte mit dem Ziel, eine Tafel maritim einzudecken und im Rahmen des Unterrichtes mit einer Köche-Mittelstufe (Köche 15B) des RBZ1 ein typisch norddeutsches Menü zu kochen. Gegessen wurde das angerichtete Menü dann gemeinsam im maritim eingedeckten Restaurant.

Von allen als spannend und aufregend empfunden wurden am Ende der ersten Woche die Vorstellungsgespräche in den Praktikumsbetrieben.

Zu einem Austausch gehört neben der Arbeit natürlich auch ein kulturelles Programm. Für einen Programmpunkt mussten wir nicht viel tun – es war Kieler Woche. Und die lockte natürlich alle mit ihrem besonderen Flair und den vielen Konzerten.

Für die französischen Kollegen/Kolleginnen gab es zudem noch eine Regattabegleitfahrt im Rahmen eines Ausfluges der Gebäudereinigerinnung, sicherlich ein Highlight.

Am ersten Samstag hieß es dann Ausflug nach Eckernförde. Mit dem Zug fuhren wir rüber und bei herrlichem Wetter liefen die ersten französischen Auszubildenden beim Anblick des Strandes sofort los und bis zu den Knien hinein ins Wasser.

Mit dem Kutter Ecke 4 ging es auf Fangfahrt raus auf die Ostsee – jede Menge Seesterne, aber auch Dorsche und Schollen mussten aus dem Netz befreit werden.

Herr Michelsen hat uns mit seinem Humor eine tolle Zeit auf der Ostsee beschehrt. Zumal eine der französischen Schülerinnen die größe Scholle wieder ins Meer zurückgeworfen hat… Und wie schnell Möwen einen Fisch verschlingen können, das haben wir auch mit großem Staunen zur Kenntnis genommen.

In der Bonbonkocherei Hinrichs wurde vorgeführt, wie man mehrfarbige Bonbons herstellt. Wie es der Zufall so wollte, waren es Bonbons in Muschelform und in Schleswig-Holstein-Farben, gleichzeitig auch die Farben der französischen Tricolore.

Anschließend hatten wir eine Führung in der Alten Fischräucherei, dort wurden früher Sprotten und andere Fische im sogenannten Altonaer Ofen geräuchert. Toll war hier auch das Kaffeetrinken im Innenhof. Der selbstgebackene Kuchen der Frauen aus dem Förderverein war köstlich! Danke an Frau Mahrt und ihr Team.

Auch der zweite Samstag stand unter dem Motto Land und Leute kennen lernen. Wieder mit der Bahn fuhren wir dieses Mal nach Horst in die dortige Meierei. Besonders amüsiert haben wir uns über unsere Hygienekleidung, mit der wir aussahen, als wollten wir auf den Mond fliegen. Die Führung in der Meierei mit anschließender Verkostung von Milch, Joghurt, Quark und Meersalzbutter war sehr interessant und sehr lecker. Danke an die Mitarbeiter der Horster Meierei, uns an einem Samstag durch den Betrieb zu führen.

Das Nachmittagsprogramm sah Hamburg vor, mit Speicherstadt und Elbphilharmonie. Wir machten uns also fröhlich gestärkt wieder auf den Weg zum Bahnhof und warteten auf den Zug. Und wir warteten und warteten und warteten… Aber nichts rührte sich. Kein Zug. Keine Ansage, warum kein Zug kommt. Einfach nichts. Von deutscher Pünktlichkeit keine Spur. Unsere französische Kollegin Laurence nahm’s mit Humor, suchte nach passender Musik auf dem Mobiltelefon und sang mit den Schülern Lieder. Von Edith Piaf über Rap bis Queen war alles dabei. Der nächste Zug, der kam, fuhr in Richtung Kiel, da wir schon fast zwei Stunden in Horst auf dem Bahnhof verbracht hatten, fuhren wir zurück – schade – aber amüsiert haben wir uns trotzdem. Dann eben nächstes Mal Hamburg mit Elbphilharmonie. Wir gingen anschließend mit den französischen Kollegen in die Schokodeern und versüßten uns den späten Nachmittag mit Kakao und Kuchen.

Wertvoll für die französischen Schülerinnen und Schüler waren das Praktikum und der Kontakt zu unseren Auszubildenden, wertvoll für uns war der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus Lyon über Ausbildung, Schulsystem, aber auch viele andere Themen. Wir hatten interessante Gespräche – in Französisch, in Deutsch, in Englisch, häufig wurde mitten im Satz einfach die Sprache gewechselt, – und immer, wenn es haperte mit den Sprachkenntnissen, dann waren wir sehr froh, Sanja Swiridoff-Bauer an unserer Seite zu wissen, die uns als Sprachbegleitung über alle Sprachschwierigkeiten hinweghalf und auch bei den Ausflügen und Praktikumsgesprächen dabei war. Ebenso wie unsere Kollegin Marlies Hagen aus der Abteilung FOS/BOS/BG.

Auch wir als Kolleginnen/Kollegen trafen uns über das Programm hinaus auf einen Kaffee, beim gemeinsamen Essen im Restaurant und auf dem Fördedampfer mit Kurs auf Laboe, um dort Backfisch zu essen.

Verabschiedet haben wir unsere französischen Gäste bei einem gemeinsamen Abend in der Jugendherberge. Jeder bekam als Andenken von uns einen „Kielfisch“ aus Schokolade mit auf den Weg.

Liebe Lyoner, es war schön, euch hier zu haben! Und wir freuen uns auf den Besuch bei euch im September.

 

„Au revoir“ – auf Wiedersehen.

 

Laura Berndt – Anja Niehoff – Uwe Steggewentz

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