Kiel zu Gast in Lyon

Am Montag den 14.9.15 war es endlich soweit. Wir trafen uns morgens am RBZ1 um von da aus mit dem Bus zum Hamburger Flughafen zu fahren. Von dort ging es über Frankfurt nach Lyon, wo wir bereits von einem Vertreter unserer Partnerschule, sowie zwei Taxifahrern erwartet wurden. Die Ankunft in unserer Unterkunft im C.I.S.L (Centre International de Sejour de Lyon) erfolgte gegen 19 Uhr. Obwohl wir später als erwartet eintrafen, gab es dennoch unser geplantes Abendessen. Dann ging es nach einem langen Tag endlich in unsere Zimmer und ins Bett, da in der darauffolgenden Woche ein anstrengendes Programm auf uns wartete.
Am nächsten Tag erwarteten uns eine offizielle Begrüßung unserer Partnerschule, sowie der Anfang unseres Tandemsprachkurses und ein typisch französisches Mittagessen. Das war für einige von uns ein erster Kulturschock. Die Gerichte unterschieden sich geschmacklich doch etwas von traditionell deutscher Küche, aber geschmeckt hat es den meisten. Ebenfalls fiel die filigrane Anrichteweise der Franzosen auf – sehr beeindruckend. Während des anschließenden Sprachunterrichts trafen wir die französischen Schülerinnen und Schüler wieder, die im Juni/Juli bei uns zu Gast in Deutschland waren. Die Freude schien bei den Franzosen nicht minder zu sein, dass sie bekannte Gesichter wiedersahen.

Am Mittwoch ging es gleich morgens mit der Metro, der französischen U-Bahn, in die Altstadt, wo es eine englischbasierte Rallye mit den Franzosen zu bewältigen galt. Sie war sehr interessant gestaltet und in der darauffolgenden Zeit sollte sie sich als nützliche Orientierungshilfe erweisen. Nachdem alle wieder am Ausgangspunkt angekommen waren, ging es gemeinsam mit der Seilbahn zur Basilique Notre Dame de Fourvière. Dort gab es ein überwältigenden Blick über die ganze Stadt, sowie ein kleines Picknick. Anschließend sind wir dann zu Fuß wieder in die Stadt gelaufen und haben das Musée des Beaux-Arts Palais St. Pierre besichtigt, wo es Bilder, sowie Skulpturen und andere Gegenstände aus verschiedenen Epochen und Hochkulturen zu bestaunen gab.

Am Donnerstagvormittag stand ein praktischer Teil an, bei dem wir mit die Franzosen in den jeweiligen Fachbereichen im Unterricht begleitet durften. Es war aufschlussreich zu erleben, inwiefern der Unterricht der Franzosen anders gestaltet ist als unserer. Ab 16 Uhr war dann das Kennenlernen der Praktikumchefs mit kleinem Imbiss vorgesehen. Schade war allerdings, dass aufgrund von verschiedenen Arbeitszeiten in den unterschiedlichen Gewerken, wie Gastgewerbe oder Gebäudereinigung, nicht alle Chefs kommen konnten.

Freitags war bereits der letzte Tag des Sprachkurses. Nach dem Mittagessen in der Schule ging es in Begleitung der Lehrkräfte und Übersetzer in die Praktikumsbetriebe, um den Weg und die Leute kennen zu lernen. Dort wurden dann die Praktikumsverträge mit den Arbeitszeiten festgelegt und unterzeichnet.

Samstags ging es für uns in das Restaurant des großen Paul Bocuse mit Führung durch die Gasträume und sogar die Küche durften wir kurz in Augenschein nehmen. Zwei von den französischen Schülern haben uns netterweise begleitet. Für uns war nun ein kleines Mittagessen vorgesehen und danach mit dem Boot ein Stück die Saône flussabwärts. Wieder an Land, hieß es für die, die wollten, Besuch im Musée Miniatures et Cinema und der Rest von uns konnte schon einmal ein riesiges Einkaufszentrum erkunden oder anderweitig seine Freizeit nutzen.

Sonntag konnten wir den ganzen Tag zum Entspannen nutzen oder die Stadt erkunden.

Der erste Arbeitstag im Betrieb war natürlich von gemischten Gefühlen geprägt, wie nachvollziehbar sein mag – in einem fremden Land, alleine und ohne großartige Sprachkenntnisse klarkommen zu müssen. Es war jedoch überraschend, wie gut man sich doch auf der Arbeit verständigen konnte mit Englisch, Gestik und Mimik und etwas Französisch. In den darauffolgenden Tagen wurden die meisten vollkommen in die Abläufe der Betriebe eingearbeitet und wurden wie vollwertige Mitarbeiter eingesetzt. Während der Arbeit konnten wir die französische Lebensart, sowie Eigenarten kennen lernen und haben dennoch wertvolle Eindrücke und Erfahrungen mitnehmen können.

Am Samstag ging es dann für die, die wollten, auf einen örtlichen Markt, wo es allerlei frische Lebensmittel, aber auch frisch zubereitete Speisen zu kaufen gab. Anschließend trafen sich dann alle gemeinsam in den Lyoner Markthallen „Les Halles Paul Bocuse“, wo es eine Menge Spezialitäten und frische Lebensmittel gab. Wer sich traute, durfte an einem Stand sogar Austern und Seeigel probieren… Bild-5-Die-Gebaeudereiniger-mit neuen-T-ShirtsNach dem Mittagessen in einem Schnellrestaurant, das ebenfalls Paul Bocuse gehört, ging es für die Gebäudereiniger in die Basilique Notre Dame mit kleinem Vortrag zur Geschichte und Analyse der zum Bau verwendeten Materialien. Der Rest konnte seine Freizeit selbstständig nutzen. Sonntag war ebenfalls frei und wir konnten uns etwas von der anstrengenden Woche erholen und die ganzen Eindrücke verarbeiten.

Ab Montag hieß es wieder arbeiten. Da wir bereits gut eingearbeitet waren, war es eine „routinierte“ Arbeitswoche, in der wir die sich wiederholenden Arbeitsabläufe, selbstständig und zügig abgearbeitet haben.

Am Freitag war für einige von uns noch ein letzter Arbeitstag vorgesehen und spät nachmittags die offizielle Verabschiedung in der Schule mit Danksagungen von deutschen und französischen Schulvertretern und anschließend verschiedene kleinere Häppchen.

Am letzten Samstag trafen wir uns zu einem gemeinsamen Frühstück mit unseren Lehrkräften und haben dabei unsere Praktikumsbewertungen ausgefüllt, die überwiegend positiv ausgefallen sind.

Am darauf folgenden Sonntag gab es ein Büfett beim Chinesen ganz in der Nähe der Herberge. Nachdem alle gesättigt waren, wurde ein Verdauungsspaziergang zurück zu Herberge unternommen, wo wir dann auch zeitig ins Bett gegangen sind, da am nächsten Tag die lange Heimreise bevorstand.

Montag, den 5.10.15 um 9 Uhr haben wir uns dann im Eingangsbereich des C.I.S.L. zusammengefunden mit Gepäck und auf unsere Taxis gewartete, welche uns gegen 11 Uhr abgeholt haben. Das Einchecken am Flughafen in Lyon verlief problemlos, nur waren die meisten noch etwas müde, durch das frühe Aufstehen. Um 14.45 Uhr war Abflug angesagt. Der Flug verlief planmäßig und daher kamen wir pünktlich in Frankfurt a.M. an. Dort angekommen, hieß es wieder warten bis zum Boarding um 17 Uhr. Aber gab es ein kleines Problem, denn einer der Teilnehmer war auf einen anderen Flug gebucht, was wir erst zu diesem Zeitpunkt gemerkt hatten. Es wurde viel telefoniert und letztendlich konnte er doch mit uns fliegen, da noch relativ viele Plätze frei waren. Nur das Gepäck ist mit dem anderen Flieger gekommen, welcher eine halbe Stunde später geflogen ist. In Hamburg angekommen, haben wir noch auf den anderen Flieger gewartet, doch es wurde uns mitgeteilt, dass der Koffer mit der Post nachgeschickt werden würde. So sind wir mit unseren Sammeltaxis zum RBZ1 aufgebrochen. Der Koffer ist dann auch tatsächlich zwei Tage später da gewesen. In Kiel angekommen, wurden wir bereits von unseren Eltern und Freunden erwartet. Nach einer kurzen Verabschiedung haben wir uns dann, den Kopf voll mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen, in alle Himmelsrichtungen auf den Weg nach Hause begeben…

Lars Helwig (Kochauszubildender)

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