50 jähriges Jubiläum – Tag der offenen Tür in Kiel-Steenbek – 20. Mai. 2016

Am Freitag, den 20. Mai 2016 fand an unserer Schule auf dem Gelände der RBZ1 Außenstelle für Gartenbau und Floristik der Tag der offenen Tür statt. An diesem Tag feierten wir das 50 jährige Bestehen dieser Abteilung. Dieser Tag war gedacht für alle Besucher, die sich für unsere gärtnerischen Tätigkeiten, die Floristik sowie den Garten- und Landschaftsbau interessieren. So kamen Schüler umliegender Schulen aus ganz Kiel, um sich unsere Schule einmal anzusehen.

Eine von den Schülern geplante Rallye gab den Schülern und Besuchern einen kleinen aber feinen Einblick in unsere verschiedenen gärtnerischen Fachrichtungen.

Die Teilnahme an der Rallye wurde mit einer Sommerblume aus dem eigenen Bestand belohnt.

Die Rallye bezog sich auf die zehn vorbereiteten Stationen der Schüler, die allerlei Vielfalt hatten: Von Gestecken der Floristinnen, der Grabpflege der Friedhofsgärtner bis hin zur Vermessung von Flächen und das anschließende Pflastern von den Garten- und Landschaftsgärtnern und als Besonderheit, die pH-Wert-Messung. Hier konnte man den pH-Wert einer eigenen Bodenprobe, z.B. aus dem privaten Garten, von unseren Azubis messen lassen.

Außerdem stellte die Firma ÖRE Bio-Protect (Schwentinental) Nützlinge für den Einsatz im biologischen Pflanzenschutz zur Verfügung.

Des Weiteren hatten die Schüler noch die Aussaat und das Pikieren von Bienenbäumen und Sommerpflanzen im Angebot.

An der Imkerstation konnten die Besucher und Schüler den Honig aus der Schul - Imkerei unter Anleitung selbst schleudern.

Als besonderes „Highlight“ zeigten uns die Baumpfleger der Fa. OAR – Gartenservice (Dänischenhagen) mit welcher aufwändigen Ausrüstung die Kletterseiltechnik funktioniert.

Unsere AVJ und BEK-Schüler (AVJ = Ausbildungsvorbereitendes Jahr; BEK = Berufseingangsklasse ) haben die Cafeteria mit selbstgebackenen Muffins und Kuchen für die Gäste auf die Beine gestellt. Mit allerlei Gebäck, Getränken wurden in unserem Gewächshaus die Besucher und Schüler verpflegt.

Abb. 1 Die Cafeteria wurde von unseren BEK -Schüler/innen betreut.

I. Auswahl einiger Tätigkeiten der Landschaftsgärtner-Azubis

Abb.2 Die „Bauherren“ des Herz-Beetes: Kevin Walewski, Timo Sonlowski, Jan Runge, Resat Özalp, Manuel Schreiber.

Das „Herz“-Beet

Dieses „Herz“ - Beet wurde von den GaLaBau - Azubis geplant und schon am 22. April 2016 im Rahmen der Veranstaltung für Flüchtlinge (Berufe zum Anfassen) mit den Besuchern und Schülern angelegt.

Es soll die Liebe zum grünen Beruf widerspiegeln. Nach Meinung der interessierten Besucher ist es den zukünftigen Landschaftsgärtnern mit Spaß und Freundlichkeit gelungen, den Besuchern Pflanzideen für den eigenen Garten mitzugeben.

Bau eines „Drei-Bocks“ zur Stabilisierung eines Hochstammes

Der Hochstamm wird mit den Pfählen verbunden.

Kletterseiltechnik

Abb.4 Gar nicht so einfach, wenn man hoch hinaus will.

II. Friedhofsarbeiten

a. Neuanlage eines Grabes

Abb. 5 Auch das Umgraben will gelernt sein.

Bei den Grabanlagen haben wir uns überlegt, ein Grab von einer alten verwahrlosten Anlage zu einer neuen Anlage umzugestalten. Es wurden die Gräber als erstes abgeräumt, dabei mussten wir vorher die alten Pflanzen entfernen. Als dies geschehen ist wurde die Fläche umgegraben und da haben manche Besucher echten Körpereinsatz gezeigt. Das Umgraben ist dazu da, damit die Erde aufgelockert ist und man später die Bepflanzung leichter einpflanzen kann.

 Als nächstes wurde auf das neue Grab Erde aufgebracht und mit einer Harke glatt geharkt, so dass eine ebene Fläche entsteht. Beim Verlegen der Trittplatten musste darauf geachtet werde, dass sie mittig liegen und fest sind. Trittplatten sind dazu da, um zum Beispiel bei der Pflege nicht auf die Bodendecker zu treten.

Bei der Bepflanzung hatten wir zwei Muschelzypressen, Kleines Immergrün, Kriechmispel, Eibe und Dickmännchen für zwei Gräber zur Verfügung.

b. Grabpflege

An zwei Gräbern haben wir die Grabpflege gezeigt und erklärt wie der Ablauf der Grabpflege funktioniert. Wir haben das Laub und das Unkraut von den Gräbern entfernt. Es kamen auch von einigen die Frage “Wozu ist die Grabpflege eigentlich da?“. Die Grabpflege ist dazu da, um das Grab sauber und in Stand zu halten.

c. Saisonbepflanzung

Die Saisonbepflanzung ist je nach Jahreszeit unterschiedlich und bringt Farbe auf den Friedhof von Frühling bis Herbst. Im Frühling werden überwiegend Stiefmütterchen und Hornveilchen gepflanzt, im Sommer Eisbegonien und Knollenbegonien, im Herbst Callunen (Besenginster) und Silberblatt und zum Winter hin werden bei einigen Gräbern auf dem Pflanzbeet eine Eindeckung mit Nordmanntanne gelegt. Bei der Frühlingsbepflanzung wird sich nach dem Grabstein gerichtet und z.B. bei einem dunklen Stein helle Pflanzen gesetzt.

An unserer Station wurden außerdem Plakate über die Grabpflege und die Saisonbepflanzung an eine Pinnwand gehängt und auf der anderen Seite wurde ein Puzzle zu Pflanzennamen gezeigt. Dazu haben wir die Fotos von den Pflanzen und die Botanischen Namen schon zusammen geordnet, so dass die Besucher nur noch die deutschen Namen zuordnen mussten. Es gab sogar einen Preis. Man konnte sich zwischen eine Kürbis Jungpflanze und einer Kohlrabi-Jungpflanze entscheiden.

Josephine Malgadey und Johanna Schult Gä15a

III. Pflanzenvermehrung

Abb. 7 Aussaat mit Fingerspitzengefühl

Unsere Stationen bestanden aus drei Teilgebieten unter dem Hauptthema der Vermehrung sowie der Aussaat und der Bereitstellung von Informationen über den Bienenbaum, der an den verschiedenen Stationen ausgesät, pikiert und getopft wurde.

An den Station 1 haben wir den Besuchern die Aussaat und die Stecklingsvermehrung erklärt und vorgeführt. Falls Bedarf und Interesse der Besucher bestand, durften sie selber mit uns die Samen des Bienenbaumes aussäen. Zudem wurden Gold-und-Silber-Chrysanthemen und Sibirische Blaubeeren über Stecklinge vermehrt.

Die Aussaat

Bei der Aussaat benötigt man eine Aussaatschale, nährstoffarme Erde, ein Andrückbrett, ein Sieb, Saat vom Bienenbaum, Gießkanne, einen Stift, Schilder und Wasser. Zuerst füllt man eine Aussaatschale bis zu dreiviertel mit Erde und drückt die Seiten mit der Hand an, danach nimmt man das Andrückbrett und drückt die Erde an. Anschließend nimmt man die gewünschte Saat und streut sie bei einer Breitsaat gleichmäßig in die ganze Aussaatschale. Diese drückt man danach ebenfalls mit dem Andrückbrett leicht an und siebt Erde je nach Saatstärke über die Aussaat; danach nimmt man ein Etikett und beschriftet es auf der Kopfseite mit dem Datum und dem botanischen Namen. Zuletzt gießt man die Aussaat gut an!

Abb. 8 Pikieren (vereinzeln) der Sämlinge

Die Stecklingsvermehrung:

Für die Stecklingsvermehrung benötigt man eine Mutterpflanze von der man die Stecklinge schneiden kann, eine Multizellplatte, eine Rosenschere oder ein Stecklingsmesser und Aussaaterde. Die Stecklinge wurden von den einjährigen Trieben der Sibirischen Blaubeere ( Lonicera camtschatica ) abgenommen. Als nächsten Schritt präpariert man die Multizellplatte mit der Aussaaterde vor, entfernt die unteren Blattpaare der Stecklinge und platziert sie in die vorgegebenen Löcher.

Abb. 9 Der Pflanztisch wird für das Topfen vorbereitet

Pikieren (=Vereinzeln von Sämlingen) und Topfen:

Das Ziel beim Pikieren ist es, den aufgelaufenen Keimlingen mehr Platz zum Ausbreiten ihrer Wurzeln zu geben. Man benötigt dazu einen Pikierstab, falls notwendig. Das Wurzelwerk kann auch alternativ mit den eigenen Fingern gelockert werden. Wir haben es am Beispiel des Bienenbaumes demonstriert, der lange, feine Wurzeln ausbildet, also muss der Vorgang mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden. Man kann die Töpfe auch schon vorher mit Erde vorbereiten. So brauchen die pikierten Jungpflanzen nur noch getopft zu werden.

Zum Topfen benötigt man lediglich Töpfe mit 12 cm oder 13 cm Durchmesser, so dass die Jungpflanzen nicht so schnell den Topf durchwurzelt und die Nährstoffe verbraucht haben. Des Weiteren sticht man ein Pflanzloch mit dem Finger oder mit dem Pikierstab, setzt die Pflanze hinein, drückt die Erde an und achtet auf den Gießrand, der wichtig ist, damit das Wasser nicht mit dem Substrat aus dem Topf läuft. Am Ende gießt man die pikierten und die getopften Pflanzen vorsichtig an.

Hierbei hat jeder der Besucher gerne mitgearbeitet und wir hoffen, es hat ihnen viel Spaß gemacht. Uns persönlich hat es an unseren Stationen sehr viel Spaß gemacht zu zeigen was wir bis jetzt gelernt haben!

Anna Ruwisch, Clarissa Kröning, Jan Schütt, Leonard Sievers, Joachim Möller und Friederike Murr Gä15a

IV. pH-Wert-Messung und Biologischer Pflanzenschutz

pH-Wert-Messungen

Abb. 11 Für die Messung des Säuregehaltes in Bodenproben ist alles vorbereitet.

Am Tag der offenen Tür hatten Besucher die Möglichkeit, eigene Bodenproben mitzubringen und den pH-Wert messen zu lassen. An unserer Station standen ein Messgerät, ein sogenanntes pH-Meter, und Messstreifen zur Verfügung. Beispielproben von fünf verschiedenen Standorten waren vorbereitet.

Unsere Gäste brachten nun Proben aus ihren eigenen Gärten mit und konnten sich beraten lassen, was dort unter den gegebenen Bedingungen am besten wachsen würde. Auf Postern war eine Übersicht erstellt worden, welche Pflanzen welchen pH-Wert bevorzugen. So mag es die Heidelbeere beispielsweise sauer, die Süßkirsche dagegen alkalisch.

Zunächst wurden 20 g der Bodenprobe abgewogen. Diese Menge wurde mit 50 ml Calciumchlorid (CaCl2) vermengt und gründlich umgerührt. Nach einer Weile wurde der Messfühler des Messgerätes hineingehalten und etwas abgewartet. Das Messgerät zeigte nun den pH-Wert der Bodenprobe an. Ein Wert um pH 7 ist neutral, darunter ist der Boden sauer, darüber alkalisch. Die meisten Pflanzen mögen einen leicht sauren Boden (ca. pH 6), aber es gibt natürlich auch Ausnahmen.

Dieses Angebot wurde von unseren Gästen rege und mit großem Interesse angenommen.

Biologischer Pflanzenschutz: Einsatz von Nützlingen

Abb. 12 Nützlinge bei 10 oder 40 facher Vergrößerung erlebbar gemacht.

Was tun gegen Schädlinge? An einem weiteren Stand konnte man sich über biologische Alternativen zu chemischen Spritzmitteln informieren.

Auf einem Poster wurden Schädlinge und ihre Gegenspieler, die Nützlinge, gegenübergestellt. Die Firma ÖRE-Bio-Protect aus Schwentinental war so freundlich, uns Nützlinge als Anschauungsmaterial zur Verfügung zu stellen.

Unter dem Stereomikroskop konnte beobachtet werden, wie sich einige Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea), sogenannte „Blattlauslöwen“, über eine größere Anzahl Blattläuse hergemacht haben. Ihr Hunger war beachtlich, wie auch unsere Besucher staunend beobachten konnten.

Des Weiteren konnten die sonst nicht mit bloßem Auge erkennbaren Nematoden unter dem Stereomikroskop sichtbar gemacht werden. Sie werden beispielsweise gegen Dickmaulrüssler und Trauermücken eingesetzt.

Annika Klein und Axel Lentschat (Gä15a)

V. Von der Wabe ins Glas

Auch die Honigbienen aus der Schul-Imkerei leisteten ihren (süßen) Beitrag zum 50 jährigen Jubiläum.

Sobald die Waben verdeckelt sind, kann man anfangen, den Honig zu ernten. Man nimmt die Waben in den Schleuderraum mit, so dass die Bienen die Waben mit Honig nicht wittern können.

Damit ich den Honig aus den Waben schleudern kann, müssen die Zellen erst entdeckelt werden. Dazu wird ein Heißluftföhn zügig über die Wabe geführt, so lange bis der Deckel aufgeplatzt ist.

Nun stelle ich die entdeckelten Waben in die Honigschleuder, die aus vier Abteilungen besteht.

Jede Wabe kommt in ein Fach. Jetzt beginne ich mit dem Schleudern. Hierbei kurbelt man die Trommel nach rechts. Durch die Fliehkraft gelangt der Honig an die Innenseite der Trommel. Der Honig fließt durch einen Quetschhahn in einen Eimer mit Doppelsieb und danach über einem Feinsieb in den 40 kg Abfülleimer.

Jetzt kann man es wagen, den Eimer ins Gewächshaus zu transportieren weil die Bienen den Honig so nicht mehr wittern können. Am Tag zuvor haben ein paar Bienen die im Gewächshaus lagernden Waben bemerkt. Später sind es immer mehr geworden, so dass wir beschlossen haben, das Schleudern im Kellerraum der Schule durchzuführen.

Den Abfülleimer stellt man auf einen Hocker, um beim Abfüllen genügend Abstand zum Honigglas zu haben.

Rechts stehen die Gläser damit man sie schnell greifen kann. Auf der anderen Seite habe ich die Honiggläser etikettiert.

Sobald die Etiketten befestigt sind werden die Honiggläser ordentlich gestapelt und für den Verkauf ausgestellt.

Annika Hauberg Gä15a

Abb. 13 Verkaufsstand für den frisch geschleuderten Honig.

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