237 neue „Lebensretter“ am Königsweg

Zwischen 17 und 55 Jahre alt sollte man sein, über 50 Kilo wiegen und einen Body-Mass-Index unter 40 haben. Wenn diese Kriterien erfüllt sind, steht einer Registrierung und Typisierung bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nichts mehr im Wege.

237 solcher Registrierungen erfolgten am 11.05.2016 bei uns am RBZ1 am Königsweg, das sind 237 neue potenzielle Stammzellspender, die Leukämiepatienten das Leben retten könnten.

Weltweit sind zwar ca. 28 Millionen Spender registriert, aber nur etwa 1% der Registrierten spendet tatsächlich irgendwann in ihrem Leben einmal Stammzellen.

Immer noch findet jeder 10. Patient keinen passenden Stammzellspender für eine lebensnotwendige Stammzelltransplantation. Denn der Spender muss sich als genetischer Zwilling des Spenders erweisen, damit eine Transplantation erfolgreich verlaufen kann.

Das muss sich ändern, dachte Bente Hüttmann aus der 13a des Beruflichen Gymnasiums. Sie ließ sich selbst im letzten Jahr bei der DKMS registrieren und beschloss, mehr Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. So meldete sie das RBZ1 bei dem Programm der DKMS „Leben spenden macht Schule“ an. Wir, die 13a, befassten uns im Fach Gesundheit mit dem Thema Blutkrebs und organisierten zusammen alles Nötige für den 11.05.2016, an dem so viele neue Registrierungen wie möglich erfolgen sollten.

An diesem Tag besuchte uns Daniela Prante von der DKMS und wies eine Gruppe von Schülern aus der 13a und 12b ein, die sich als freiwillige Helfer gemeldet hatten. Ihnen wurde das gängige Verfahren bei der Registrierung erklärt. Wenn das Alter und Gewicht bei einem Interessenten stimmen und keine Erkrankungen dagegen sprechen, werden seine Personalien aufgenommen. Nun muss der potenzielle Spender ein Wattestäbchen an der rechten und linken Wangeninnenseite reiben: das jeweils 30 Sekunden lang, hierbei sollen möglichst viele „aussagekräftige“ Schleimhautzellen ihren Weg ans Stäbchen und später ins Labor zur Typisierung finden. Und das war es dann schon. Ein Grund vielleicht, warum sich so viele Schüler registrieren ließen.

Ein weiterer Grund waren jedoch sicher auch die äußerst informativen Vorträge der DKMS, welche die Wichtigkeit von Stammzellspenden anhand von Filmen über unterschiedliche Schicksale einzelner Blutkrebspatienten noch einmal verdeutlichten. Hinzu kamen die Berichte von Scott, selbst Schüler am Königsweg, und Julian, die beide bereits eine Stammzellspende hinter sich hatten. Die Vorträge von zwei Stammzellspendern aus unserem Alter trugen wohl zur letzten Beseitigung von Zweifeln und Ängsten bei. Denn für viele ist die Vorstellung einer Stammzellspende alles andere als angenehm. Bilder von komplizierten, schmerzhaften Eingriffen, bei denen man auch das eigene Wohl aufs Spiel setzt, spuken dem einen oder anderen durch den Kopf.

Julian jedoch berichtete, dass er die Spende jederzeit wiederholen würde. Er erzählte von der Betreuung durch die DKMS vor und während der Stammzellspende. Durch die lückenlose Aufklärung konnte er der Spende mit einem positiven Gefühl entgegensehen. Da die Spende in Köln auf ein Datum zwischen Weihnachten und Neujahr fiel, konnte er das Ganze mit einem Städtetrip verbinden. Die DKMS übernahm die Kosten für die Anreise und die Unterkunft. Julian nahm an dem peripheren Stammzellspendenverfahren teil (die andere Möglichkeit wäre eine Entnahme von Stammzellen aus dem Beckenkamm unter Narkose). Das bedeutet, dass er sich 5 Tage vor der Spende ein Medikament spritzen musste, welches die vermehrte Bildung von Blutzellen anregt und diese dann ins Blut ausschwemmt. Die Spende selbst verlief ähnlich wie bei einer Blutplasmaspende. Während die gewünschten Bestandteile aus Julians Blut gefiltert und dieses wieder zurück in seinen Körper transportiert wurde, konnte er sich mit anderen Spendern unterhalten oder einen Film anschauen. Nebenwirkung der Medikamente können allerdings grippeähnliche Symptome sein. Aufgrund dieser insgesamt unkomplizierten Erfahrung würde sich Julian immer wieder als Spender zur Verfügung stellen.

Nach den Vorträgen waren die Schüler gut informiert und viele auch davon überzeugt, dass die Stammzellspende etwas wirklich Wichtiges ist und nicht einmal halb so schlimm, wie zuvor angenommen... Was auch die 237 neuen Registrierungen erklärt, die am 11.05. an unserer Schule durchgeführt wurden.

Da die DKMS die Kosten in Höhe von 40€ pro Typisierung als gemeinnütziges Unternehmen aufbringen muss, wollten wir nicht nur mit potenziellen Spendern, sondern auch durch Geldspenden helfen. Hierfür hatte die 13a zuvor ausgiebig nach Sponsoren gesucht. Außerdem gab es einen Kuchenverkauf und eine Tombola mit ebenfalls gespendeten Preisen.

Der gesamte Spendenbetrag belief sich auf insgesamt fast 6.000€, wozu allein die Firma „Vossloh Locomotives“ eine stolze Summe in Höhe von 3.000€ beitrug.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Aktion ein voller Erfolg war. Sie hat zu mehr Aufklärung über das Thema Blutkrebs beigetragen und uns allen gezeigt, welche Möglichkeiten zur Hilfe wir haben.

 

Carolin Litzmann, Sabine Jaekel

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