Den Abgeordneten des Bundestages ganz nah Ausflug der Klasse BGG15b (12b) des Beruflichen Gymnasiums nach Berlin

Bevor wir durch die Sicherheitsschleuse am Westeingang des Paul-Löbe-Hauses gingen, konnten wir von dieser Seite das Bundeskanzleramt bewundern.
Dann wurden unsere Taschen und Jacken geröntgt und wir gingen durch die Sicherheitsschleuse mit Metalldetektoren.
Im Inneren des Paul-Löbe-Hauses fiel erneut die ungewöhnliche, postmoderne Architektur in unser Blickfeld: schlicht, modern und farblich in Grautönen gehalten. Zusätzlich sorgt die Glasfront auf der Ostseite des Gebäudes, am Ufer der Spree, für eine helle, freundliche Beleuchtung. Der achtgeschossige Neubau mit seinen 8 charakteristischen gläsernen Zylindern wurde nach dem letzten, demokratischen Reichstagspräsidenten der Weimarer Republik, Paul Löbe, benannt und gehört zum „Band des Bundes“, der die beiden früher durch die Mauer getrennten Teile der Hauptstadt über die Spree hinweg verbindet.

Schließlich zeigte man uns den Weg zum Seminarraum, wo der Gesprächstermin mit dem SPD-Abgeordneten Herrn Sönke Rix stattfinden sollte. Doch nicht Sönke Rix kam zu uns, sondern sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Stefan Borghorst, der sich dafür entschuldigte, dass sein Chef gerade in der Bundestagsdebatte (zur Reform des Sexualstrafrechts) sei und leider nicht kommen könne.
Nun stellten wir also die Fragen, die wir zuvor im Wirtschaftslehreunterricht für Sönke Rix ausgearbeitet hatten, an seinen Mitarbeiter.
Darunter waren jene wie: Was halten Sie von TTIP? Warum steht die SPD derzeit bei nur 20%? Was macht einen Sozialdemokraten aus? Wie stehen Sie/die SPD zu den Waffenexporten der BRD?
Stephan Borghorst konnte uns viele Sachverhalte verständlich erklären und vermittelte damit den Eindruck, viel Erfahrung mit Besucher-und Schülergruppen zu haben.
Nach einem ungefähr zweistündigen Gespräch mit Stephan Borghorst sowie einem Gemeinschaftsfoto auf den Treppenstufen in der Halle des Paul-Löbe-Hauses, wurden wir von einer Mitarbeiterin des Besucherdienstes zum Mittagessen gebracht.
Von der Kantine im Obergeschoss des Paul Löbe-Hauses hat man einen tollen Blick auf die Spree sowie auf das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf der anderen Uferseite.

Nach dem Essen gingen wir gut gestärkt entlang des Platzes der Republik zum Reichstag, um die Reichstagskuppel zu besichtigen.
Dort passierten wir erneut eine Sicherheitsschleuse, wo wir zusätzlich unsere Personalausweise vorzeigen mussten.
Mit dem Fahrstuhl ging es dann ganz nach oben auf die Reichstagsterrasse und anschließend über eine Rampe auf die 47 Meter hohe Aussichtsplattform.
Der Aufstieg innerhalb der Glaskuppel erfolgt in einem Rundgang, der einen umfassenden Blick auf den Tiergarten und das umliegende Regierungsviertel bietet.

Nach der Kuppelbesichtigung besuchten wir nun eine Plenarsitzung.
Bevor wir jedoch auf die Tribüne gehen durften, mussten wir zunächst alle unsere Taschen und Jacken im Foyer hinterlassen.
Das erste Debattenthema, von dem wir die zweite Hälfte zuhören durften, befasste sich mit der Frage nach festen Buchbindungspreisen bei E-Books.

Dieser Punkt interessierte die meisten von uns nicht so besonders, zumal die Abgeordneten sich hier stets einig zu sein schienen, so als wären alle Argumente schon zuvor in den Ausschüssen ausgetauscht worden.
Auf einer großen, elektronischen Tafel im Hintergrund wurde während der Debatte stets das aktuelle Thema sowie die Redner mit ihrer erlaubten Redezeit eingeblendet.
Interessant war auch, dass der Plenarsaal unserer Meinung nach im Fernsehen viel größer wirkt, als er in der Realität wirklich ist.

Nun folgte eine Debatte über die Flüchtlingskrise auf Antrag der Grünen-Vorsitzenden Katrin Göring-Eckardt.
Dieses Thema schien zu größeren Uneinigkeiten innerhalb der verschiedenen Fraktionen zu führen. Wir hätten diesem Tagesordnungspunkt gerne bis zum Ende zugehört, wurden aber nach etwa der Hälfte der Zeit wieder von einem Mitarbeiter des Besucherdienstes abgeholt. Das fanden wir sehr schade.

Nach unserem Besuch der Plenarsitzung hatten wir ein Gespräch mit Cornelia Möhring, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Linken.
Cornelia Möhring wirkte auf uns überhaupt nicht abgehoben und auch nicht so wie man sich eine „echte Politikerin“ vorstellt.
Stattdessen machte sie auf uns einen freundlichen und bodenständigen Eindruck.
Wir versuchten der Linken-Abgeordneten dieselben Fragen zu stellen, wie zuvor dem SPD-Mitarbeiter, um daraus die unterschiedlichen Meinungen der beiden Parteien zu verschiedenen politischen Themen absehen zu können.
Außerdem stellten wir Fragen bezüglich des Arbeitsalltages einer Abgeordneten.

Nach dem Gespräch gingen wir erneut in die Besucherkantine, wo wir zum Abendessen eingeladen wurden. Gegen halb 9 verließen wir schließlich den Bundestag, um mit der U-Bahn zu unserem Hostel zu fahren.

Die Exkursion zum Bundestag hat uns allen sehr gefallen. Es war sehr spannend einmal den deutschen Bundestagsabgeordneten ganz nah zu sein. Auf jeden Fall sehen wir nun die Berichte über Deutschlands Legislative in den Medien mit anderen Augen.

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