Austausch Torquay 2016

Merle: Praktikum in der „nursery“

Den Beruf zum/zur Erzieher/in erlerne ich selbst zur Zeit; Der Beruf des/der Erziehers/Erzieherin heißt in England „Nursery nurse“. Somit wurde ich in einer sogenannten „nursery“ (im Kindergarten) platziert. Hierbei handelte es sich um eine Gruppe mit Kindern im Alter von zwei bis vier Jahren, denn in England werden die Kinder bereits nach ihrem fünften Geburtstag eingeschult. In dem Gruppenraum befand sich eine kleine Küche, ein Abstellraum für Materialien, eine Computerecke für das Personal, eine Leseecke, eine „Home corner“ (eine Ecke in der Haushaltsgegenstände und Haushaltsgeräte für Kinder standen), ein Puppenhaus und ein separater Tisch an dem getuscht und geknetet wurde. In der Mitte des Raumes standen vier Gruppentische. Der kleine Außenbereich war eingezäunt und grenzte an einen großen Sportplatz, welcher auch regelmäßig von den Kindergartenkindern genutzt wurde. Im Außenbereich befand sich neben einem Podest, auf dem eine kleine Plastikrutsche stand, auch eine Sandkiste, ein Spielhaus und viele einzelne Kisten, in denen Spielsachen (z.B. Spielzeugautos, Figuren, Straßenmalkreide) lagen. Täglich wurden verschiedene kleine Projekte angeboten, auch gab es feste Rituale. Zu den festen Ritualen zählten beispielsweise, dass die Kinder  morgens um 9:00 Uhr alle gleichzeitig gebracht wurden. Es folgte die „story time“, in der mit den Kindern ein Buch gelesen wurde. Danach erst wurde die Anwesenheit festgestellt, wobei jedes anwesende Kind mit „Good morning, ... [ und seinem Namen] !“ begrüßt wurde. Danach gab es variierende Tagesabläufe (mal gab es Freispielzeiten, Angebote für die zukünftigen Schulkinder etc.). Der Tag endete jedoch immer um 15:00 Uhr mit der „Story time“ und alle Kinder wurden größtenteils auch wieder gleichzeitig abgeholt.

Annika: Medien in der Kita

In den meisten Einrichtungen wird viel mit Smartboards und Tablets gearbeitet. Auf dem Smartboard werden Kinderfilme zum Nachtanzen für die Kinder gezeigt. Ebenso lernen sie durch diese Filme Buchstaben zu schreiben, indem sie sich im Film die Bewegungen der Kinder anschauen und nachmachen. Diese Methode ist sehr interessant und im Allgemeinen werden die Kinder in England früh mit Medien dieser Art konfrontiert. Diese Lernform ist sehr attraktiv für die Kinder, da sie durch diese spielerische Weise etwas lernen. Die Entwicklungsschritte der Kinder werden jeden Tag auf dem Tablet dokumentiert und aktualisiert. 

Lukas: Meine Gastfamilie

Das Leben in unserer Gastfamilie war so wie wir uns es vorgestellt hatten, wenn nicht besser. Wir waren vier Gastschüler vom RBZ, die bei einer Familie unterkamen. In der ersten der drei Wochen wohnten auch noch zwei Italiener dort. Die Gasteltern waren sehr zuvorkommend. Uns waren keine Grenzen gesetzt, wann wir zu Hause sein sollten, nur nach 22h sollten wir leise sein, wenn wir kamen.
Unsere Gastmutter kochte jeden Tag Dinner, welches wirklich lecker war und sättigte. War abzusehen, dass wir es nicht pünktlich um 18h zum Dinner schafften, wurde es kaltgestellt und wir konnten es später essen. Frühstück wurde auch gestellt, allerdings nur die Basics wie Toast oder Cornflakes, so dass wir uns z.B. Aufschnitt und „richtiges Brot“ im nahe gelegenen Supermarkt dazu kauften. Eine Kaffeemaschine gab es keine, so hatte man die Wahl zwischen typisch englischen Tee oder Instant-Kaffee. Wir hatten zusammen einen kleinen Kühlschrank für unsere gekauften Lebensmittel mit denen wir uns etwa Brote für den Tag schmierten.
Wir waren auf zwei Doppelzimmer aufgeteilt, die jeweils Schrank und TV hatten. Für die Gastschüler gab es ein Badezimmer und eine kleine Toilette; die Gasteltern selbst wohnten im ausgebauten Keller, der Zugang zum Garten hatte. Einmal in der Woche wurde von unserer Gastmutter Wäsche gewaschen, so dass man locker auskam mit dem, was man im Koffer hatte. Das Haus lag relativ zentral; vor der Haustür war direkt eine Bushaltestelle und auch zu Fuß war man in 20 Minuten in der Innenstadt. Auch ein Bahnhof, wo Züge z.B. in die Nachbarstadt Exeter fuhren, lag um die Ecke.
Wenn wir müde vom Tag waren oder keine Lust hatten uns zu unterhalten, wurde das auch nicht erwartet. Traf man die Gastmutter in der Küche gab‘s ein bisschen Smalltalk, außerdem sprachen wir uns immer ab, was wir.

Bettina: Arbeiten, wo andere Urlaub machen

Torquay, die Stadt an der Südküste Englands, ist nebst dem Praktikum ein Ort zum Luftholen und entdecken. Torquay bildet mit Paignton und Brixham die Verwaltungseinheit Torbay, welche den Namen "Englische Riviera" wahrhaftig verdient. Torquays kleiner, aber feiner Stadtkern bietet viele Möglichkeiten zu shoppen, zu schauen und zu schlemmen oder in einem der vielen kleinen, oft sehr niedlichen Pubs ein wenig in die Welt der Briten einzutauchen. Lange Spaziergänge an endlosen Küsten bieten Möglichkeiten vieles zu Entdecken. In Torquay selbst ist direkt an der Küste das Riesenrad, bei der Fahrt kann man weite Blicke über die Gegend genießen. An der Küste entlang kann nach Paignton und Brixham spaziert oder gar gewandert werden. Jede dieser kleinen Städte hat einen so eigenen Charme, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Wer nicht so weit laufen mag, kann diese Orte auch bequem mit dem Bus oder dem Schiff erreichen. Es lohnt sich besonders über Brixham hinaus die Steilküsten von Dartmouth von der Seeseite her anzusteuern. Dieser kleine Ort ist so niedlich in seiner ganzen Aufmachung, dass man gar nicht weiß, wo man zuerst hinsehen soll. Neben der natürlichen Sehenswürdigkeit "Landschaft", in welcher an mancher Stelle Rosamunde Pilcher Filme gedreht wurden, gibt es jedoch noch vieles mehr zu erleben. Die prähistorischen Höhlen, Kents Cavern, bspw. sind als kleiner Geheimtipp besonders amüsant, wenn man sich auf die Gruselvorstellung einlässt. Eines muss man jedoch wissen... so schön es auch ist an der englischen Riviera... das Portemonnaie sollte immer reichhaltig vor jedem Ausflug gefüttert werden.

Zurück